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Mittwoch, Juni 14, 2017

Kim Fielding - Die Blechdose

Inhalt:
William Lyons Vergangenheit hat ihn in eine Rolle gezwängt, die nicht seiner Persönlichkeit entspricht. Als er die Fassade nicht mehr aufrechterhalten kann, trennt er sich von seiner Frau und nimmt eine Stelle als Hausmeister für ein altes Gebäude an, das schon seit Jahren leer steht. Über mehr als hundert Jahre war die psychiatrische Anstalt von Jelley’s Valley die größte Einrichtung ihrer Art in Kalifornien. William hofft, dass er hier die Zeit und Ruhe findet, endlich seine Dissertation zum Abschluss zu bringen und seine Scheidung abzuwarten. Als er in der kleinen Stadt ankommt, lernt er Colby Anderson kennen, der den örtlichen Lebensmittelladen betreibt und sich um das Postamt kümmert. Colby ist, ganz im Gegensatz zu William, ein lebensfroher und liebenswerter junger Mann. Und er ist unverkennbar schwul. Obwohl William sich durch Colbys extravagantes Verhalten zunächst abgestoßen fühlt, lernt er ihre neue Freundschaft mit der Zeit doch zu schätzen, und er nimmt Colbys Angebot an, sich von ihm in die Freuden des schwulen Sex einführen zu lassen.

Williams Selbstverständnis wird auf den Kopf gestellt, als er eine Blechdose findet, die seit den 1940er Jahren in einer Wand des Asyls verborgen war. Die Dose enthält Briefe, die im Geheimen von einem Patienten namens Bill verfasst wurden, der wegen seiner Homosexualität hier eingeliefert wurde. William fühlt sich durch die Briefe unmittelbar angesprochen und beginnt, sich für Bills Schicksal zu interessieren. William hofft, dass die über siebzig Jahre alten Briefe und Colbys Unterstützung ihm dabei helfen können, sein wahres Ich zu finden.(Quelle: Dreamspinner Press)


Meine Meinung:
Dies ist Williams, Colbys und Bills Geschichte. William ist einem sehr konservativen und religösem Elternhaus aufgewachsen. Als er merkte das er zu Jungs anstatt Mädchen hingezogen fühlt, schicken seine Eltern hin sogar in ein "Umerziehungslager". Er versucht anschließend ein heterosexuelles Leben, doch seine Ehe scheitert. Dann versteckt er sich als Hausmeister in einer stillgelegten Klinik, um an seiner Dissertation zu schreiben.

Colby Anderson ist ein Paradiesvogel und fällt in so einem kleinen Ort wie Jelley's Valley natürlich auf. Er wusste schon als 3 Käsehoch das er in Zukunft lieber Vater-Vater-Kind spielen möchte. Er mag William bald und will ihm helfen, die Seite von sich, die er bisher verleugnet hat, zu entdecken. Er ist sehr sympatisch und ich wünschte, er wäre nicht nur eine fiktive Person, den mit ihm kann man Pferde stehlen und das immer und immer wieder.

Bill ist ein "Patient" der psychiatrischen Klinik von Jelley's Valley. Er wurde von seinen Eltern und dem Gericht in den 40ern eingeliefert, weil er eine homosexuelle Beziehung zu Johnny unterhielt. William erfährt von seiner Geschichte, als er eine Blechdose findet, in der sich Briefe von Bill an Johnny befinden. Er erfährt dadurch, welche furchtbaren Therapien an Bill vor genommen wurden und das er trotz all dem an seine Liebe geglaubt hat.

Die Blechdose hat mich berührt. Alle 3 Schicksale, verbunden durch ein Klinik, die in der Gegenwart geschlossen, dessen Insassen einem Mann von heute aber unterstützt hat, seinen eigenen Weg zu gehen. Und an seine eigene Liebe zu glauben. Will und Colby sind ein Paar, das mich sicher noch öfter begleiten werden und an die ich immer wieder gern zurück denken werde.

Die Geschichte ist nicht spannend im klassischen Stil, doch sie zeigt, wie sich das Leben gestalten und das es nie zu spät ist, seinen Weg zu suchen und dabei vielleicht sein Schicksal zu finden. Mir wurde die Geschichte empfohlen und ich kann sie nur weiter empfehlen. Ich hatte zum Schluss sogar ein paar Tränen in den Augen, da nicht für alle Protagonisten ein Happy End vorgesehen war. Doch alle glauben an sich und an ihre Liebe. 

Fazit: Die Blechdose hat mich überrascht. Denn sie ist mehr als eine einfache Lovestory zwischen 2 Männer. Mit Tiefe und Romantik hat mich die Story in seine Bann gezogen und lässt mich immer noch nicht los.





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