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Dienstag, März 24, 2015

Eric Berg - Das Nebelhaus



© Jumbo Neue Medien

Verlag: Goya LiT (Jumbo neue Medien)
Format: MP3-CD, Hörbuch-Download
Umfang: ca. 11 h
Erschienen: 22. November 2011
Sprecher: Jürgen Uter, Anneke Kim Sarnau

auch erhältlich als TB & EBook erschienen bei Limes



Inhalt:
Seit Jahren haben sich die Studienfreunde Timo, Philipp, Yasmin und Leonie aus den Augen verloren. Als sie sich im Internet wiederbegegnen, verabreden sie sich für ein Wiedersehen auf Hiddensee. Doch das Treffen endet mit einem grauenvollen Verbrechen: In einer stürmischen Septembernacht werden drei Menschen erschossen, eine Frau wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Zwei Jahre nach dem Massaker beginnt die Journalistin Doro Kagel, den Fall neu aufzurollen. Nach und nach kommt sie den tatsächlichen Geschehnissen jener Nacht auf die Spur, und bald keimt in ihr ein schrecklicher Verdacht auf... (Quelle: Amazon.de)

Meine Meinung:
Für die Konstruktion dieser Geschichte verdient der Autor mindestens ein Oscar-Nominierung. 

Ich bin froh, das Jumbo das Buch von 2 Sprechern hat erzählen lassen. Dadurch lockerte sich die Geschichte etwas auf und fühlt sich nicht so lang an. Elf Stunden muss man ja erst einmal durchhalten :)

Anneke Kim Sarnau spricht den gegenwärtigen Teil. Immer wenn die Journalistin Doro Kagel versucht, Spuren der Tragödie zu finden, spricht auf Sarnau mit ihrer leicht rauen und doch gefühlvollen Stimme und haucht der Geschichte Gefühl und Grauen ein. Das geht sogar gleichzeitig, was ich wirklich erstaunlich finde.

Jürgen Uters Part erzählt Stück für Stück die Geschichte vor 2 Jahren, als 4 Studienfreunde ein Wiedersehen veranstalten, das Stück für Stück einen grausamen Ende entgegen geht. Das kann er wirklich locker gestalten, denn noch haben sich keine dunklen Wolken über Hiddensee aufgetürmt. Doch das Unwetter kommt immer näher. Und die immer angeheiztere Stimmung bringt er gut rüber. Anfangs kaum merklich ist man plötzlich mitten im Sturm und wird von den Wendungen überrollt, wie von einer Sturmflut.

Anfang hatte ich mit der Spannung echt zu kämpfen, den bis es wirklich interessant wird, dauert es. Auch an der vermeintlichen Schuldigen gibt es anfangs nichts auszusetzen. Hätte das Hörbuch nur einen Sprecher, würde ich heute wohl noch nicht wissen wie es ausgeht. Zum Glück kam es anders. Je mehr sich Doro an die Wahrheit herantastet, um so mehr lässt einem der Autor an den Anfängen teilhaben. An der mysteriösen Nachbarsfamilie, an den Freunden, die Jahre nach dem Studium nichts mehr gemein haben und mit der Dreiecksbeziehung, die alles nur noch mehr zuspitzen lässt.

Als dann auch noch eine Pistole, Tabletten und ein Sturm hinzu kommen, lässt der Autor die heile Welt der Protagonisten in Rauch aufgehen und zerstört damit die Idylle des Lesers, genauso wie die der Protagonisten. Das Feuerwerk zum Höhepunkt der Story hat mich regelrecht geschockt. Damit habe ich dann doch nicht gerechnet. Selbst wer die Toten alle sind, erfährt man erst auf dem Höhepunkt. 

Doro Kagel wollte auf Grund ihrer persönlichen Familiengeschichte, kein einfach Abhandlung der Geschehnisse schreiben, sondern die Story auf Sicht der Opfer, der Toten wie der Überlebenden. Was sie dabei erfährt und was sie dabei entdeckt, bringt ihre Welt allerdings gehörig zum wanken und mehr als  einmal fragt sie sich, ob sie weiter machen soll. 

Die Geschichte hat zwar etwas gebraucht, mich dann aber gewaltig gefesselt. Am Ende hat ich wirklich Problem das Hörbuch aus zu machen, weil ich arbeiten musste. 

Fazit: Wenn man sich durch den Anfang gekämpft hat, dann bekommt man einen intelligenten, verschachtelten Kriminalroman der an der Nerven zehrt. Genial.










  

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