Google+ Schnuffelchens Bücher und Co: (Film) Veer & Zaara - Die Legende einer Liebe

Donnerstag, August 08, 2013

(Film) Veer & Zaara - Die Legende einer Liebe

Gestern hat es mich mal wieder gepackt. Ich hab nicht eine Seite lesen können, dafür brauchte ich einfach wieder mal Bollywood. Und das nicht nur einmal, sondern gleich 3 mal hintereinander habe ich mir dieses Meisterwerk aus Indien angesehen. Und als ob das nicht genug ist, auch noch insgesamt 3 Päckchen Taschentücher bei immer ein und der selben Stelle verbraucht. Das geht mir bei diesem Film übrigens immer so.

Und darum geht es in dem Film:


Quelle: www.amazon.de


Eine junge pakistanische Anwältin steht vor ihrem ersten Fall. Ein indischer Mann der seit 22 Jahren in Lahore im Gefängnis sitzt, angeblich als feindlicher Spion, soll doch noch eine Verhandlung bekommen. Sie hat sich vorgenommen diesem Gefangenen nicht nur seine Freiheit sondern auch seinen Namen wieder zu geben.
Bei ihren Gesprächen mit ihrem Klienten erfährt sie dann die Geschichte von Veer und Zaara und ihrem (bis dato) traurigem Ende.




Und deshalb mag ich diesen Film:

Ich finde Bollywood kann Bilder auf die Leinwand zeichnen, da kann sich selbst Hollywood noch eine Scheibe abschneiden. Auch wenn sie ein Indien zeigen, das in der Realität kaum stand halten kann. Doch die Farben, die Gefühle und die Landschaften nehmen einen gefangen. Nicht einmal die ständigen Gesänge können diesen Zauber zerstören, wobei ich die Lieder in diesem Film sogar mag. Das ist nicht bei jedem Bollywood-Film der Fall. Irgendwie gehören die bunten Tänzer und der Gesang mit zu dieser schönen Scheinwelt.

Und genau das zeigt Bollywood. Eine Welt so wie sie für sie sein soll, wie sie nach Außen gesehen werden wollen. Er wird nicht die Armut, der Dreck und die Krankheiten gezeigt, auch nicht die Respektlosigkeit gegenüber Frauen, die gerade in den letzten Monaten im wieder Thema in unseren Medien waren.
Statt dessen wird ein Idealbild stilisiert, eine Märchen an das  man nur zu gern glauben möchte. Fröhliche Menschen, Männer denen die Ehre des Mädchen das sie begehren, auch über die eigenen Bedürfnisse geht, Dörfer die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und Schulen, Krankenhäuser und der gleichen bauen. Sicher ist das nicht die Realität, ich denke niemand von uns glaubt daran noch, doch ein Traum von etwas ist ja auch schon mal was.

Und wer möchte keinen strahlenden Helden, der sogar für 22 Jahre ins Gefängnis geht, nur damit die Ehre seiner großen Liebe nicht in Frage gestellt wird. Das ist genau das selbe, wie bei uns der Ritter auf seinem weißen Pferd, der die Prinzessin aus ihren Turm rettet. Zumindest für die meisten Mädchen und Frauen ist das die Art von Romantik, der bei wir den ganzen Alltag vergessen und einfach mal 3 h uns in eine Fantasie flüchten können. In der das Gute siegt und es die Liebe gibt, die und schon in den Märchenbüchern unserer Kindheit versprochen wurde.

Ihr habt schon richtig gelesen. Dieser Film geht insgesamt 190 Minuten. Das bedeutet nicht wie in Hollywoood Überlänge, sondern ist bei Bollywoodfilmen gang und gebe. Diese Filme laufen dort auch oftmals über Jahre im Kino.

Am Ende nutzt der Film den Part der letzten Worte des Angeklagten vor Gericht um das Verhältnis und die Vorurteile zwischen Indern und Pakistanis anzuprangern. Das ist auch immer die Szene, bei der ich grundsätzlich heulen muss. Ab da halten die Schleusen die Wassermassen nicht mehr, die sich schon seit dem Wiedersehen von Veer und Zaara nach 22 Jahren Trennung aufstauen.

Insgesamt habe ich in den letzten Jahren eine ziemlich kontinuierliche Veränderung in der Thematik der Film bemerkt, die zwar versteckt im Hintergrund abläuft, doch immer mehr zu Tage tritt. Waren die älteren Filme noch reine Liebesschmachtfetzen, wie z.B. Und plötzlich ist es Liebe oder Wer zuerst kommt kriegt die Braut. Inzwischen sprechen die Filme auch immer mehr aktuelle Thema an, ob wie in diesem Fall die Problematik zwischen Indien und Pakistan, die Selbstbestimmung und die Benachteiligung der Mädchen und Frauen oder auch das Kastensystem in Devdas. Es wird zwar immer noch alles in viel Zuckerwatte eingepackt, doch man merkt, das dies Thema sind, die in Indien immer mehr ans Licht kommen und daher auch ihren Einzug in ihre Kinowelt finden.

Wem jetzt für den nächsten Mädelsabend noch der richtige Taschentuchfilm fehlt, der sollte hier noch mal genau hinschauen. Perfekt auch um seinen Liebeskummer zu zelebrieren.





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