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Mittwoch, Mai 09, 2012

Hereafter - Das Leben danach

Hereafter - Das Leben danach (2011)

Am Wochende habe ich mir mal wieder eine DVD angetan - Ok das kommt regelmäßig und doch sehe ich mich deshalb nicht grundsätzlich veranlasst einen Kommi dazu zu schreiben. Doch diesesmal mache ich eine Ausnahme, den dieses Film ist es wirklich wert.



Inhalt: Es geht um 3 Menschen, welchen teilweise nicht einmal auf dem selben Kontinent leben.

Da ist George (Matt Damon). Er lebt in San Fransisco als einfacher Arbeiter. Seit einer schweren Erkrankung kann er mit Verstorbenen in Kontakt treten. Eine Gabe wie sein Bruder denkt, ein Fluch wie er selbst denkt.

Marie (Cécile de France) lebt in Frankreich und ist eine sehr erfolgreiche Journalistin. Während eines Urlaubs stirbt sie fast bei einem Tsunami und kann das erlebte seitdem nicht vergessen oder verarbeiten. Daher beginnt sie ein Buch zu ihrem Nahtod-Erlebnis.

Und um Schluß ist dort noch Marcus (Frankie/George McLaren). Marcus lebt zu Beginn seiner Geschichte mit seiner drogensüchtigen Mutter und seinem Zwillingsbruder zusammen. Als dieser bei einem Unfall stirbt, kann er nicht loslassen und macht sich auf die Suche nach seinem Bruder.

Sie kennen sich nicht und doch treibt ihr Leben sie stätig auf einander zu.

 Meine Meinung:
Eigentlich habe ich mir den Film nur geholt, weil er von Clint Eastwood ist. Ich weiß, was für eine Begründung, aber ich mag seine Art, die Persönlichkeiten seiner Protas aufzubauen und sie ihre eigenen Schwächen zu überwinden lassen.

George ist sehr einsam. Doch er hat es sich auch selbst so ausgesucht. Ihm reicht seine Anstellung als einfacher Arbeiter, auch wenn sein Bruder das nicht einsehen will. Er versucht ihn unbedingt in die Rolle des Mediums zu drängen, egal wie sich George dabei fühlt. Matt Damon spielt diese Rolle mit so viel Hingabe. Ich wollte ihn am liebsten in den Arm nehmen und seine Bruder einfach nur verdreschen, weil er so egoistisch ist. Als er während eines Kochkurses eine junge, hübsche Frau kennlernt, zeichnet sich sogar ein Happy End für ihn ab. Leider zerbricht auch diese an seiner "Begabung" und als er dann auch noch seinen Job verliert, gleitet er leider schon wieder in die Fänge seines Bruders. Doch plötzlich wacht er auf. Er wird zwar noch lange nicht glücklich oder er fängt an "sein" Leben zu leben und begibt sich auf die Spuren seines Lieblingsautors Charles Dickens nach London.

Maries Geschichte beginnt stattdesen mit einem Happy End. Sie befindet sich in einem Liebesurlaub mit einem Kollegen, ist eine sehr erfolgreiche Fernsehjournalistin und Werbeikone. Als sie in ihrem Urlaub fast stirbt - nein eigentlich stirbt sie und wird wieder zurück geholt, ändert sich alles. Ihre Erlebnisse während sie fast ertrunken ist, lassen sie nicht mehr los. Und als ihr Job und auch ihre Beziehung darunter leiden, zieht sie sich zurück und beginnt über ihre Erlebnisse zu recherchieren und stosst dabei auf viel Gegenwind. Doch sie kämpf und schreibt ihr Buch und findet dafür auch einen Verleger.

Marcus hat eigentlich das schwerste Los von den Dreien. Seine Geschichte beginnt damit, das er und sein Zwillingsbruder dafür kämpfen müssem, bei ihrer Mutter bleiben zu dürfen. Diese ist schwer Drogensüchtig und die Jungs müssen sich eigentlich um sie kümmern, anstatt das sie sich um ihre Söhne kümmert. Doch merkt man auch, das sie ihre Jungs liebt und sie will dann auch einen Entzug machen. Als sein Bruder die Medikamente für die Mutter von der Apotheke holt, wird er von einigen Jugentlichen überfallen und gejagt. Dabei gerät er auf die Strasse und wird von einem Fahrzeug verfasst. Marcus muß dann zu Pflegeeltern, da seine Mutter in eine Entzugsklinik geht und fühlt sich schecklich allein. Er fängt an über Geister und Medien zu recherchieren um wieder in Kontakt mit seinem Bruder zu kommen, um sich nicht mehr allein zu fühlen. Im Laufe seine schlechten Erfahrungen mit so genannten Readern, hört er dann von George  und begegnet ihm zufällig auf der Londoner Buchmesse.

Die Bilder die Clint Eastwood um die Menschen geschaffen hat, haben mich tief bewegt. Er hat sich weder dem Kitsch noch dem dem Klischee hingegeben, sondern eine Realität für jeden Prota geschaffen, ganz nach seinem eigenen Gefühlsleben. Man spürt die Freude, die Trauer, die Verzweiflung, die Hoffnungslosigkeit aber auch die Aussicht auf Zukunft, wenn immer die Personen es zulassen. Insgesamt wirkt der Film zwar düster doch lässt er immer einen kleinen Hoffnungschimmer erkennen.
Sicher der Film ist sehr ruhig und an manchen Stellen auch vorhersehbar und doch nicht langweilig, sondern aufwühlend.
Leider hat Herr Eastwood der Geschichte eine Hollywoodende verpasst und das nehme ich ihm etwas übel. Doch bis zu diesem Augenblick ist es so ziemlich das Beste was ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Unbedingt anschauen.

Erhändlich als DVD und Blue-Ray - zum Beispiel, wenn ihr auf Cover klickt :-)







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