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Freitag, April 06, 2012

Katie Kacvinsky - Die Rebellion der Maddie Freeman

Katie Freeman - Die Rebellion der Maddie Freeman

gebundene Ausgabe, Verlag Bastei Lübbe (Boje), erschienen 16.12.2011 (5. Auflage), ca. 368 Seiten


Inhalt:
Im Jahr 2060 findet das Leben eigentlich nur noch Online statt. Ob Schule, Freunde, Dates oder Konzerte, all das erlebt Maddie,17, nur noch im Net. Alles ist vernetzt und verkabelt, bis sie Justin kennenlernt, für den die Welt offline so viel  mehr zu bieten hat.

Meine Meinung:
Für dieses Buch gibt es eine Altersempfehlung von 14 - 17 Jahre. Das kann ich nicht nachvollziehen, denn eigentlich betrifft uns das Thema alle.

In Maddies Welt wurde der normale Alltag immer gefährlicher. Es ging nicht mehr nur um Mobbing oder kleiner Übergriffe, sondern Vergewaltigung und Mord bis hin zu Bombenanschlägen auf Schulen mit vielen Toten. Zu dieser Zeit hat ihr Vater ein Schulsystem entwickelt, bei dem die Kinder nicht mehr das schützende Elternhaus verlassen müssen und es hat sich ausgebreitet und umfasst inzwischen alle Aspekte des Leben. Gleichzeitig hat dies dem Staat eine Kontrolle über ihre Bürger gegeben, die man schon als Diktatur bezeichnen kann.

Mittendrin sitzt Maddie, ihr Vater ist der "Herr" über dieses System und ihre Mutter, eher ein Freigeist. Doch Maddie glaubt schon lange nicht mehr an die Allmacht, doch auch das loslösen ist nicht einfach. Vor allem wenn man ständig überwacht und bewacht wird. Und so muss sich Maddie entscheiden: Möchte sie ewig Maddie Freeman, die brave DS-Prinzessin bleiben oder wird sie zu Madeleine Freeman, ein Mensch der selbständig handelt und denkt, auch wenn dies gegen alle Regel und Gesetze verstößt.
Alle Figur ist Maddie wirklich gelungen. Sie wird nicht zu irgendetwas überredet, sondern es steckt schon alles in ihr und sie bekommt nur Unterstützung bei ihrer "Selbstfindung".

Zum wichtigsten Punkt ihrem Leben entwickelt sich Justin. Justin ist der Sohn der wahrschlich größten Gegner des vernetzten Systems. Er hilft Menschen, die den Überwachung und Fremdbestimmung entfliehen wollen. Ihrer beider zusammentreffen wurde von langer Hand von ihm und seiner Freunde vorbereitet, das wirkt zwar am Anfang etwas unsympathisch, doch auch er taut im Laufe der Geschichte auf und muss erkennen, das man nicht Allein gegen Alle kämpfen kann.
Justin ist nicht ganz so vielschichtig interessant wie Maddie. Er ist am Anfang zu sehr glorreiche Lichtgestalt und schon fast ein wenig unangenehm. Allerdings liegt das auch an seinem Umgang mit anderen Menschen - dem sich zwar mitten drin aufhalten und doch ganz allein stehen bleiben. Zum Glück für das Buch bringt er nicht nur Maddie die Realität nahe, sondern sie zeigt ihm auch was leben bedeuten kann.

Die weiten Figuren sind leider recht einseitig gehalten. Kevin Freeman-DS-Entwickler und so was wie der Diktator des Systems, ist hier der Bösewicht, der von seiner Macht korrumpiert wurde und der seine Tochter ständig überwacht.
Maddies Mutter ist zwar irgendwie ein Freigeist. Sie schenkt ihrer Tochter Bücher und versucht ihr eine Verbindung zur Vergangenheit und der realen Welt zu schaffen und ist doch selbst völlig in der Onlinewelt aufgegangen.
Und dann ist da noch Justins Gruppe. Dort gibt es fast alles, da sind der Rockstar, die beste Freundin und Scott, der Möchtegern Boss. Zwar ist Clare eine recht sympathische Figur, doch kommt sie Zuwenig zum Zug.

Die Welt in der Maddie lebt hat sich Vorteile, doch ist das auch die negativen Seiten wert. Jeder Mensch wird immer und überall überwacht. Man bekommt nur noch vorgesetzt was andere für bedenkenlos eingestuft wurde. Niemand kennt sein Nachbar persönlich und geht überhaupt noch raus. Schon in der Grundschule wird den DS-Schülern (DS=Digital School) schon eingebläut, das draußen das Böse wartet. Wie weit die Autorin die Welt entwickelt hat, zeigt sich in der ziemlich verstörenden Szene, während eines Balls. In dieser Szene tanzen die Menschen mit virtuellen Avataren, während ihre Partner daneben stehen und klatschen. Diese Szene ist es auch, die Maddie endgültig aufzeigt, dass dies nicht richtig sein kann. Und von daher ist nichts mehr wie es war. Sie muss vor ihrem Vater und der Polizei flüchten und nebenbei verliebt sie sich in Justin, der sich jedoch von allen versucht fern zu halten, um niemand in Gefahr zu bringen.

Diese Welt ist definitiv nichts für mich. In einer Großstadt in der es nur noch einen Coffeeshop gibt, da man sich eigentlich nur noch virtuell trifft, möchte ich nicht leben. Ich kann der DS-Bildungsgeschichte zwar einiges abgewinnen und sogar gutheißen, doch die restlich Cyberwelt, möchte ich nicht haben. Dieses Buch ist fast wie eine Mahnung. Im Buch sagt Justin, das Computer einen im Leben unterstützen sollen, aber nicht das Leben bestimmen sollen, vielleicht sollten wir uns ein wenig mehr daran halten.

Normalerweise rege ich mich an dieser Stelle gern darüber auf, dass eine völlige unnütze Liebesgeschichte eingebaut wurde, doch hier passte sie rein. Denn sie macht die Protas menschlich und holt sogar Justin von seinem hohen Stand und lässt ihn menschlicher erscheinen. Von daher gut gemacht Katie Kacvinsky.

Dieses Buch ist nicht nur etwas für unsere Teenagerkinder, sondern sollte auch den Eltern zu denken aufgeben. Wie weit wollen wir bei der Beschützung unserer Lieben und ab wann bringen wir sie dabei vielleicht sogar noch mehr in Gefahr.

Unbedingt lesen!

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